FDP-Delegierte einstimmig gegen Zersiedelungs-Initiative

Klares Verdikt aus dem Kanton Schwyz gegen die Zersiedelungs-Initiative. Die kantonalen Delegierten der FDP.Die Liberalen fassten am Donnerstag in Lauerz mit 51:0 die Nein-Parole.

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FDP-Parteipräsidentin Marlene Müller bedankte sich bei Martin Michel für die überaus spannende Vortragsreihe «Was ist Liberalismus».

An der ersten Delegiertenversammlung des neuen Jahres hatten die Delegierten der FDP.Die Liberalen im Landgasthaus Bauernhof in Lauerz nur gerade über eine Abstimmungsvorlage zu befinden. Die hat es aber in sich und ist in ihrer gesamten Radikalität vor allem eine «Stadt-gegen-Land»-Vorlage. «Sie umfasst grundsätzlich extreme Massnahmen gegen die heutige Raumplanung», sagte denn auch der Brunner FDP-Kantonsrat René Baggenstos vor den Delegierten.

«Eine gefährliche Initiative»

Dem Grundsatz des verdichteten Wohnens und Arbeiten wird bereits heute vermehrt gefolgt. Dies beweisen Zahlen, die René Baggenstos am Donnerstag den Delegierten vorlegte. Hinzu komme, dass die neue Raumplanungs-Gesetzgebung ebenfalls vielen Forderungen bereits nachkomme. Mit der Initiative wolle man letztendlich ein Moratorium über die ganze Schweiz legen. «Das ist absolut radikal und die Initianten nehmen sogar Kollateralschäden in Kauf», sagt Baggenstos weiter. Eine gesunde Entwicklung würde regelrecht verhindert und Gemeinden, die in Vergangenheit mit ihrem Kulturland haushälterisch umgegangen sind, würden bestraft. «Das ist absolut gefährlich und sicher der falsche Weg für einen sinnvollen Umgang mit unseren Ressourcen.» Die FDP-Delegierten sahen dies genauso und fassten einstimmig und ohne Enthaltungen die Nein-Parole zur Zersiedelungs-Initiative vom 10. Februar. FDP-Parteipräsidentin Marlene Müller rief die Liberalen dazu auf, sich auch öffentlich gegen diese Initiative zu wehren. «Der Umgang mit unserem Kulturland ist ein wichtiges Thema, aber diese Initiative geht völlig in die falsche Richtung und ist in vielerlei Hinsicht sogar gefährlich.» 

Martin Michel und die liberale Zukunft

An den letzten drei Delegiertenversammlungen blickte alt Kantonsratspräsident Martin Michel (Lachen) in der Vortragsreihe «Was ist Liberalismus» aus historischer, philosophischer und praktischer Sicht von der Aufklärung Mitte des 17. Jahrhunderts bis in die jüngste Geschichte zurück. Zum Finale wagte er einen Ausblick. Dieser war gemischt aus düsteren Zukunftsszenarien und aufbauendem Optimismus. Gefahren sieht er in Forderungen (und teils auch Entwicklungen) zu einem übermächtigen Staat, in einem naiven Patriotismus oder auch ein blindes Vertrauen in die digitale Revolution inklusive künstlicher Intelligenz. «Die grösste Gefahr ist aber letztendlich die Preisgabe des freien Willens», sagt Martin Michel. «Eine liberale Gesellschaft fordert, dass die Freiheit täglich erkämpft werden muss.» Die vier Vorträge vereinten einige zentrale Punkte, weshalb die Schweizerinnen und Schweizer in Freiheit und Wohlstand leben und wären nicht nur deswegen durchaus lesenswert im Staatskundeunterricht.